ISTRIEN: Creator Spiritus

Zwei Terroirweine vom istrischen Karst

Seit fünf Jahren lebt und arbeitet der Wiener Künstler Wolfgang Ernst in Istrien. Neben seiner künstlerischen Arbeit, kam für ihn und seine Frau Waltraud die Arbeit im Weinberg hinzu; denn zu dem Anwesen, das er als Domizil erwarb, gehörten auch zwei sehr alte Weinberge, zwei Hektar in den Spitzenlagen Ograda und Kortina mit über 40 Jahre alten Rebstöcken der Sorten Malvasia und Teran. Die Ernsts bewirtschaften sie biodynamisch mit höchstem Respekt vor der Natur. Fachlichen Rat und Beistand holten sich die beiden von dem befreundeten friulinischen Winzer Josko Gravner. Jetzt sind die ersten beiden Jahrgänge erschienen. Die Jahresproduktion liegt zusammengenommen bei gerademal 6.000 Flaschen. Vor allem die Reservas zeigen welch gewaltiges mineralisches Potenzial in diesen Karstböden schlummert, das man mit entsprechend sorgfältiger Arbeit im Weinberg und niedrigen Erträgen schmeckbar machen kann. Aus dem Zusammenspiel von kargen Karstböden, kleinklimatischen Bedingungen und einer rigoros naturalistischen Weinmacher-Philosophie wurden auf Anhieb zwei spannende Terroirweine geboren .

 
2000 Ograda Teran Reserva
88
 

Dunkles, dichtes rubinrot. In der Nase zunächst Kirschfrucht, aber auch gleich rauchig-mineralische Noten und etwas Pferdestall. Wird mit der Zeit immer komplexer: Lakritze, teerige Noten. Tabak . Sollte unbedingt ein, zwei Stunden vorher gelüftet werden. Ein sehr saftiger Wein mit schöner frischer und animierender Frucht, angenehme Säure, etwas rauh in seiner Struktur. Deutlich und lang im Abgang. Ich kann mich nicht erinnern schon einmal einen so guten Teran getrunken zu haben.

 25,00 € Mostvergärung ohne Schalen in hölzernen Gärständern. Ausbau in neuen (3/4) und gebrauchten (1/4) Barriques aus französischer Eiche. 13 % Vol. Alkohol. Naturkork  

2001 Ograda Teran Reserva
85
 

Kräftiges rubinrot. Nicht ganz so tief wie 2000. Nase verschlossener, zeigt etwas weniger Frucht, aber die gleiche Art der Mineralität dazu Schokolade, würzige Makronen und Lakritze. Wirkt am Gaumen etwas schlanker, feiner, auch süsser, nicht ganz so dicht und auch nicht so rauh, sehr fruchtbetont (Sauerkirsche), glatter und auch kürzer.

 15,00 € Mostvergärung ohne Schalen in hölzernen Gärständern. Ausbau in neuen (3/4) und gebrauchten (1/4) Barriques aus französischer Eiche. 13 % Vol. Alkohol. Naturkork.  

2001 Kortina Malvasia
84
 

Helles goldgelb. Nase mit reifen gelben Früchten, etwas wie süsslicher Leim. Am Gaumen zeigt der Wein eine gewisse Fülle, eine ordentliche Säure. Wirkt aber doch irgendwie zunächst etwas gebrochen und matt. Es fehlt der Zusammenhalt. Mittlerer Abgang. Machte dann aber innerhalb von zwölf Stunden eine erstaunliche Entwicklung durch. Zeigt in der Nase Töne von Bittermandel und Amaretto, wirkt am Gaumen viel kompakter und vor allem erdiger.

 10,00 € Alter Mischsatz mit Malvasia als Hauptanteil. 13 % Vol. Alkohol. Naturkork.  

2001 Ograda Malvasia Reserva
88
 

Helles goldgelb. Die deutlich profundere, mineralischere Nase, Dörrapfel und Trockenaprikose, eine komplexe, dichte Würze. Mit der Zeit (ca. drei Stunden) sehr rauchig, nach 12 Stunden Mineralität pur. Auch am Gaumen dichter, schmelziger. Da passte von Beginn an alles zusammen, steigerte sich aber zu einer schon burgundischen Dichte der Mineralnoten. Ein hochinteressanter, weil gehaltvoller und komplexer Wein. Deutlicher und sehr langer Abgang.

 15,00 € Mostvergergärung ohne Schalen in hölzernen Gärständern. Ausbau in neuen Barriques aus slawonischer Eiche. 13 % Vol. Alkohol. Naturkork.  

2000 Ograda Malvasia Reserva
87
 

Helles goldgelb. Verhaltener in der Nase als der 2001er. Weniger Frucht, mehr Würze und Mineralität, etwas Trockenblumen. Aber auch bei diesem Wein entwickelt sich das Bukett im Laufe von zwölf Stunden zu immerm mehr Komplexität und vor allem Würze. Ich notierte: Nuss, Mandel, Leinöl. Auch am Gaumen verschlossener, nicht so reich sich versprühend, aber kompakter, dichter, prägnantere Säure. Aroma von Kochbirne. Entwickelt mit der Zeit einen sehr erdigen Charakter. Deutlicher Abgang.

 25,00 € Mostvergärung ohne Schalen in hölzernen Gärständern. Ausbau in neuen Barriques aus slawonischer Eiche.13 % Vol. Alkohol. Naturkork.  

 

 

 

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Datum der letzten Aktualisierung: 07.09.2010