Heiner Lobenberg Bordeaux 2001

 

Meine 25 Favoriten des Bordeaux-Jahrgangs 2001

Nachstehend als exklusiver Vorabdruck die Degustationsnotizen zu Heiner Lobenberg, Gute Weine in Bremen.   Sein ausführlicher Primeur-Report erscheint gedruckt Anfang Juni in einer Broschüre, die ausserdem auch die Degustationsnotizen von René Gabriel, Robert Parker, Mario Scheuermann und James Suckling enthält.

Bestelladresse: Gute Weine Am Dobben 82, 28203 Bremen, Fax 0421 - 705688

97 - 98 + Punkte

Le Pin, Pomerol

Dunkles Rubinrot, im Mund für einen Merlot unglaubliche Finesse und Reinheit der Frucht , grosse Harmonie, überhaupt nicht überextrahiert, sondern voll Richtung Finesse vinifiziert, burgundische Charakterzüge. Ein ganz feiner und ganz grosser Wein.

97 – 98 Punkte 

Château Ausone, Saint Emilion

Fast schwarz, eine enorme Fruchtfülle (Brombeer, schwarze Kirschen) steigt in die Nase, im Mund hervorragende Balance, rund, poliert, dicht, tief, sehr konzentriert, aber überhaupt nicht überextrahiert, sondern in perfekter Harmonie. Ganz sicher der beste Wein in Saint Emilion und vielleicht neben Le Pin der beste 2001er überhaupt.

96 – 98 Punkte

Château Rieussec, Sauternes

Ich habe viele Sauternes probiert, aber auf diesem Niveau den Rieussec noch nie! Enorm ölig und dicht im Mund, dabei sehr verspielt, viel Finesse, sehr individuelle Note. Sicherlich der herausragende Sauternes nach Doisy Extravagance überhaupt und vielleicht der beste Rieussec, der je erzeugt wurde.

 96 - 97 Punkte

Château Haut Brion Blanc, Pessac-Léognan

Fast unvorstellbar, aber der Haut Brion blanc ist noch ein Spur öliger, fetter und dichter als der Laville. Die Viskosität im Mund ist schier unvorstellbar. Ich habe selten einen so dicken, öligen Weisswein verkostet. Trotzdem hervorragendes Säurespiel, feine Länge, sehr komplex, sehr viel Finesse. Ein ganz grosser Weisswein.

grewlix

95 - 97 + Punkte

Château Lafite-Rothschild, Pauillac

Enorm wuchtig und dicht, ganz satte Cabernet-Frucht, trotzdem Tendenz zu schwarzen Früchten, gutes Extrakt, hervorragend balanciert, perfektes Holz, ein grosser Wein, wahrscheinlich der beste Medoc des Jahrgangs, nahe der Perfektion.

95 – 96 Punkte

Château Bellevue-Mondotte, Saint-Emilion

Dunkles Rubinrot, fast Schwarz, leichte Blaureflexe, etwas überreife Nase mit leichtem Pflaumenton, Schokolade, Karamel, im Mund extrem dicht, eingewobene satte Tannine, die aber sehr feinkörnig und rund sind, sehr geschliffen, aber hochextrahiert. Kann sicherlich einer der Superstars werden. Potentialwertung.

Château Lafaurie Peyraguey, Sauternes

Der beste Lafaurie. Dick und fett, Honig und feinste Würze. Trotz der Üppigkeit ausreichende Säure, ein Wein für ein ewiges Leben.

Château Laville Haut Brion Blanc, Pessac-Léognan

Ein Weisswein auf der Qualitätsstufe des grossen 99er, etwas anders in der Charakteristik, fetter, öliger, eher dichter, feines Säurespiel, vielleicht nicht ganz die Finesse und Rafinesse des 99ers, aber ohne Zweifel einer der Grössten Weissweine, die hier je erzeugt wurden.

Château Leoville Las Cases, St. Julien

Unglaublich! Noch besser als der 2000er? Dicht, satt, saftig, viel Schmelz, lang und charmant, Saint Julien von seiner besten Seite. Kandidat für ein vorderen Platz „Wein des Jahrgangs“.

Château Tertre Roteboeuf, Saint-Emilion

Dunkles Rubinrot mit leichten Schwarzreflexen, intensiv drückende Nase, Frucht und neues Holz. Im Mund extrem fruchtig, ganz dichte Frucht, aber weich und sehr saftig, charmant, ganz üppiger Wein. Sicherlich einer der am vorsichtigsten produzierten Weine, keinerlei Überextraktion, sondern einfach Wein vo der besten, pursten und reinsten Seite, seidig, samtig, ziemlich perfekt.

95 +  Punkte

Château Margaux, Margaux

Anders im Stil als 2000. Nicht so übermässig fett und üppig, dafür hervorragend balanciert, vielleicht der best-balancierte Wein im gesamten Medoc. Grosse Länge, viel Schmelz, sehr komplex, ein wahrhaft perfekter Wein. Besser als die grossen Jahrgänge 1998 und 1999. Macht enorm viel Spass.

Vieux Chateau Certan, Pomerol

Dunkles Rubinrot, fast schwarz, satte fruchtbetonte Nase, schwarze und rote Früchte, im Mund dicht, satt, ganz auf der fruchtigen Seite, sehr konzentriert, aber keinesfalls extrahiert, sondern perfekte Balance und grosse Harmonie. Ein tiefer Wein mit einem samtig-seidigen Abgang. Grosser Erfolg für Vieux Chateau Certan und seinen Besitzer, Alexandre Thienpont (der auch den Le Pin vinifiziert). Einer der drei besten Pomerols des Jahres.

95 Punkte

Château Beausejour Becot, Saint-Emilion

Fast dickflüssige Viskosität, schwarze Farbe, intensive Brombeer- und Schokoladennase, sehr schöne, komplexe Frucht im Mund, sehr vielschichtig, Extrakt und Tannin in grosser Menge, jedoch nicht überstrapaziert, recht lang. Grosser Erfolg für Becot, einer der besten Saint Emilions.

Château de Malle, Sauternes

Ölig, dicht, fett, aber tolles Säurespiel und grosse Finesse. Exotische Früchte mit Honig, ein Sauternes der Extraklasse!

Château Haut Brion, Pessac-Léognan

Im Gegensatz zu La Mission etwas mehr durch rote Früchte dominiert, enorm viel Schmelz, ausgewogen, balanciert, sehr komplex und vielschichtig, auch hier wieder weiche Tanninmassen, keinerlei Rauhigkeit und Härte, sehr lang, sehr komplex. Nicht die Wucht und Kraft der Vorgängerjahrgänge, dafür vielleicht noch balancierter.

La Mondotte, Saint-Emilion

Fast schwarz, im Mund dicht, kraftvoll, tanninreich, sehr komplex, ausgezeichnet durch eine enorme Vielschichtigkeit, gute Balance. Ein grosser Wein, wenn auch nicht ganz der 2000er erreicht wird.

94 - 95 + Punkte

Château La Mission Haut-Brion, Pessac-Léognan

Hoher Cabernet-Anteil, trotzdem dominiert von schwarzen Früchten, viel Wucht, enorme Tanninmengen, die aber rund und weich sind, unheimlich viel Finesse, sehr komplex und vielschichtig im Gaumen. Eine Faust im Samthandschuh. Man kann darüber streiten ob La Mission vielleicht sogar besser ist als Haut Brion, auf jeden Fall ein ganz grosser Wein.

La Croix de Labrie, Saint-Emilion

Dunkles Rubinrot mit schwarzen Reflexen, drückend fruchtige Nase, auch im Mund extrem ausgeprägte Frucht, komplett auf Frucht vinifiziert, zwar sattes Extrakt und hohe Tanninwerte, aber nicht overdone, sondern schöne Balance. Ein hervorragend gemachter Wein.

94 - 95 Punkte

Château Canon La Gaffelière, Saint-Emilion

Fliesst schwarz und ölig ins Glas, enorm dicht, ganz wuchtige Fruchtnase nach dunklen Kirschen und Brombeere, ein klein wenig Teer, im Mund überwältigende Fruchtdichte, starkes Extrakt aber nicht überextrahiert, mit genung Schmelz und Charme. Sicherlich ein grosser Canon la Gaffeliere und zusammen mit Troplong Mondot, Angelus und Beausejour Becot einer der interessantesten Saint Emilions des Jahrgangs.

Château L`Eglise-CLinet, Pomerol

Dunkles Rubinrot, schwarz-blaue Reflexe, intensive Merlotnase, sehr dicht und tief, perfekte Balance, auch hier wieder viel Schokolade, etwas Karamel, Brombeere, Johannisbeere, auch ein wenig erdig, nicht so viel Fett wie in 2000, aber hervorragende Harmonie. Sicherlich wieder einer der Top-Weine Pomerols.

Château Magrez Fombrauge, Saint-Emilion

Enorm satt im Mund, kräftig, drückende Frucht, hoch extrahiert, aber durch enorme Kraft, Tannine und Frucht gut in Balance. Ein Power-Wein.

Château Smith Haut-Lafite blanc, Pessac-Lógnan

Stachelbeere springt förmlich aus dem Glas, sehr cremiger, fast öliger Mund, ganz feine Bitterstoffe, sehr lang, vielleicht nicht besser als 99, aber auf gleicher Höhe. Grosser Wein.

93 - 95 + Punkte

Château Pavie, Saint-Emilion

Intensive Nase nach schwarzen Früchten, speziel Brombeer, schwarze Kirsche, aber auch Minze und viel Teer. Im Mund von ungeheurer Wucht und drückend, dicht, tief, aber auch extrem extrahiert, leichte Pflaumenaromen von Überrreife. Wie immer jung schwer zu probieren, die Zukunft wird es zeigen. Das Beispiel des 98er zeigt allerdings, dass Pavie sich prächtig entwickeln kann, von daher Potentialwertung.

93 - 95

Rol Valentin, Saint Emilion

Dunkles Blau-Rot, intensiv fruchtige aus dem Glas springende Nase, starke Merlotbetonung, aber ganz frische Frucht, unterstützt von einer feinen Holznote, im Mund dichte Frucht und recht sattes Holz, aber ziemlich perfekt integriert, recht tanninreich, aber ganz weiche, polierte, geschliffene Tannine, rund, mollig, weich, seidig-samtiger Abgang. Ein sehr harmonischer Wein.

Château de Valandraud, Saint-Emilion

Extrem dunkles Rubinrot, fast schwarz, berauschende Fruchtnase, schwarze Kirschen, etwas Brombeere, aber auch gutes Toasting vom Holz, im Mund ein wahrer Ansturm von Frucht, primär Kirsche, sowohl rote als auch schwarze, etwas Johannisbeere, etwas Brombeere, Schokolade, etwas Karamel, sehr finessenreich, sehr komplex und vielschichtig. Ein sehr langer Wein. Perfekt vinifiziert!

 

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Datum der letzten Aktualisierung: 06.02.2012