Peter Moser Bordeaux 2001

 

Meine 32 Favoriten des Bordeaux-Jahrgangs 2001

"Der Jahrgang 2001 wird für immer im Schatten seines Vorgängers stehen, heisst es in Bordeaux ganz unisono. Und es ist eine Frage der Preise, ob der en Primeur-Verkauf nach den monströsen Kosten für den 2000er überhaupt in die Gänge kommt. Alles hofft auf die Vernunft der Winzer, denn gute Weine gibt es wiederum genug."

Nachstehend als exklusiver Vorabdruck die Degustationsnotizen zu Peter Mosers Jahrgangsfavoriten.  Seinenausführlichen Primeur-Report finden Sie ab 6. Mai auf der Homepage der Zeitschrift Falstaff im Internet

www.falstaff.at

94 – 96 Punkte – Die drei Spitzenreiter

Château Ausone 2001 - St. Emilion

Dunkles Rubingranat, violette Randaufhellung, in der Nase  nach Zedernholz, sehr mineralisch, schwarzer Tee, am Gaumen sehr nervig, konzentriert, süße Beerenfrucht, feste Tanninstruktur, eher aristokratisch und zurückhaltend, bleibt sehr lange haften, guter Terroir-Charakter, ein intellektueller Wein, der sicher zu den Jahrgangsbesten zählen wird.

Château Bellevue-Mondotte 2001 – St. Emilion

Über diesen neuen Perse-Wein könnte man lange diskutieren, doch es wird nur 4.500 Flaschen davon geben, er ist eine vorprogrammierte Rarität, und eine völlig verrückte dazu. Zwei Hektar Fläche, minimalste Erträge, Sieben Wochen Maischestandzeit:Tintiges Rubingranat, in der Nase noch sehr verhalten, über das zukünftige Bukett lässt sich nichts sagen, am Gaumen ganz enorme Konzentration, die Tannine überlagern die Frucht noch völlig, massives Glycerin, einiger Alkohol, unglaubliche Dichte, eine eigene Dimension. Wahrscheinlich auch der Preis.

Château Pétrus 2001  - Pomerol

Dunkles Rubingranat, jugendliche Reflexe, drogenhaft, süße Frucht, erinnert an Bountyriegel und Kokosanklänge, sehr weich, aber gute Substanz und Länge, sensationell zu trinken, "sexiest wine" - vielleicht die beste Primeurprobe aus hedonistischer Sicht, gutes Potenzial.93 - 95 Punkte

93 – 95 Punkte 

Château Margaux 2001 - Margaux

Dunkles Rubingranat, opake Farbe, in der Nase nach Tee, Zedern, Tabak, Cassis, die strenge Selektion hat sich bemerkbar gemacht, am Gaumen herrliche Waldbeerenaromen, süß und kompakt, sehr elegant, sehr „Margaux”, ein dichter Wein, zeigt den puren Stil des Hauses, mit einem sehr hohen Cabernetanteil (82 Prozent), vielleicht den höchsten überhaupt, perfekte Tannine, tolles Potenzial. Reicht zwar nicht ganz an 2000 heran, hat aber das Zeug zu einem Klassiker.

La Clusière 2001 – St. Emilion

Kräftiges, tintiges Rubingranat, violette Reflexe, in der Nase  Lakritze, Him- und Brombeeren, delikates Konfit, ungemein stoffig, zarter Überreifeton, Zwetschken, dick, massives Holz, ein Wein von beängstigender Konzentration, lange am Gaumen anhaftend. 15 hl/ha Erntemenge.

Château Laforge 2001 – St. Emilion

Wieder einer mit minimaler Produktion, im Stil mehr ein Pomerol, hat er doch 92 Prozent Merlotanteil: feine Frucht, intensiv, perfektes Holz, süß und lang, überreife Frucht, gute Spannung trotz der Extraktsüße, sehr fein und nachhaltig.

Rol Valentin 2001 – St. Emilion

Diesmal wirklich extrem gut gelungen, zählt zu den besten Garagisten: perfekte Frucht, tief, sehr gute Entwicklung, vielschichtig, klar und saftig, großartige Textur, sehr lang, ein Wein, an dem man nicht vorbei kommt.A

92 – 94 Punkte

Château Lafite-Rothschild 2001 - Pauillac

Extrem dunkles Rubingranat mit violetten Reflexen, gute Nase nach Brombeeren und Cassis, recht dunkelbeerig geprägt, am Gaumen mehr Lakritze, rote Johannisbeeren, kräftige Textur, viel neues Holz, das einiges abdeckt, höherer Säurebogen, zitroniges Finish, im Moment wenig Frucht im Nachhall, sehr schwer einzuschätzen. Sehr guter Wein, sehr „Lafite”.

Château Pichon Longueville Comtesse de Lalande 2001 - Pauillac

Leuchtendes Rubingranat, violette Reflexe, sehr feine, elegante Nase, dezente Süße klingt an, Veilchen, gute Würze, stoffig am Gaumen, feste Tanninstruktur, Schoko und Kakao, ein finessenreicher Abgang, ein umwerfender Wein. Es lebe die Finesse und das Terroir!

Château Figeac 2001 – St. Emilion

Tiefes, kräftiges Rubingranat, schwarzer Kern, violette Randaufhellung, sehr feine Beerennase, zarte Anklänge von Dörrzwetschken und Feigen, am Gaumen sehr elegant und schwungvoll, knackige Textur, ein delikater Wein, Minze und Menthol klingen im Hintergrund an, bleibt sehr gut haften, tolles Potential, hat Kraft und Finesse zu bieten.

Château Pavie-Decesse 2001 – St. Emilion

Rubingranat, violette Reflexe, in der Nase zartblättrig, Cassiskonfit, viel Lakritze, Veilchen, sehr intensiv, sehr süß, enorme Reife, nach Feigen, hat Kraft und sehr komplex, dicht und lang, dabei aber auch nicht überkonzentriert, gerade recht.

Château Terte-Rôteboeuf 2001 – St. Emilion

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, in der Nase nach Mandeln und Zwetschken, eher süß im Antrunk, bietet dann am Gaumen eine fast unglaubliche Süße, man denkt an Crême Brulée, bleibt dabei elegant, spielt seine Kraft aus, ist breit, aber im positiven Sinne, keine Spur rustikal. So gut wie 2000, keine Frage.

Clos Dubreuil 2001 – St. Emilion

Tintiges Rubingranat, fast opake Farbe, violetter Rand, zart blättrig, dunkle Beerennasse, anfangs noch verdeckte Frucht, am Gaumen fordernde, aber reife Tannine, etwas Dörrobst, kompakt, gute Süße, pfeffrige Würze im Finish. Das Holz ist voll integriert, bleibt sehr lange haften. Hat alle Anlagen eines hedonistischen Merlots mit Klasse.

Château L‘Eglise-Clinet 2001 - Pomerol

Tiefdunkles Rubingranat, in der Nase feine Lakritzenoten, mit Bitterschoko unterlegt, am Gaumen stoffig, sehr konzentriert, mineralisch, hat viel Kraft, markanter Holzeinsatz, im Finish nach Minze, After Eight, im Abgang sehr würzig, Lebkuchengewürze klingen an, hat eine überzeugende Länge. Heuer waren die einzelnen Elemente noch klar auseinander, von der Substanz kann dieses Material besser sein als im Vorjahr, dann bekommt es einige Punkte mehr.

 91 - 93 Punkte

Château Latour  2001 - Pauillac

Opakes, dunkles Rubingranat, in der Nase zarte Süße, etwas pain grillée, reife Zwetschkenaromen, fein, mittlerer Tanninbiss, wirkt bereits sehr entwickelt, wird den Forts de Latour des Vorjahres kaum erreichen, verblüffend kurz im Abgang, etwas Schoko im Nachhall. Ein eleganter Wein, ja, aber sicher keiner, den man unbedingt einlagern muss.

Château Mouton-Rothschild 2001 – Pauillac

Kräftiges Rubingranat, gute Leuchtkraft, in der Nase nach Brombeeren und Schoko, feine Gewürze, zeigt am Gaumen ein feines Tannin, Nougat, Cassis, aber auch eine zitronige Säure, zarte Röstaromen im Nachhall, wirkt noch etwas unausgewogen in der Struktur, rotbeerige Note.

Château Lynch-Bages 2001 - Pauillac

Dunkles Rubingranat, zarte Randaufhellung, zarte Anklänge nach schwarzem Tee, Cassis, Erde, am Gaumen elegant und stoffig, gute Balance, feine Weichselfrucht, wird im Finish etwas süßer, mittlere bis gute Konzentration, makellos gemeistert, guter Nachhall, gutes Lagerpotenzial. Wird ein Klassiker des Hauses werden.

Château Cos d‘Estournel 2001 – St. Estèphe

Dunkles Rubingranat, schwarzer Kern, violette Reflexe, intensive, tiefe Frucht, exotische Anklänge nach Zimt, gutes, eher dezentes Holz, am Gaumen mit einer markanten Säure, reicht an das Vorjahr nicht ganz heran, strenges Tanninfinish.

Château Haut-Brion 2001 – Pessac-Léognan

Sehr gutes Rubingranat, jugendliche Reflexe, in der Nase eher verdeckt, das Holz dominiert, dahinter rotbeerige Frucht, am Gaumen elegant, zarte Zitrusaromen künden von einer höheren Säure, ein feiner Tanninfilm legt sich auf den Gaumen, mittlere Konzentration, eine Mischung aus rotbeerig und salzig, im Abgang nicht ganz überzeugend, femininer Stil.

Château Cheval Blanc 2001 – St. Emilion

Leuchtendes Rubingranat mit violetten Reflexen, in der Nase süße Frucht mit Zwetschkenanklang, sehr elegant strukturiert am Gaumen, nach Orangen und Nougat, viel Schliff, zeigt eine gute Konzentration, insgesamt eher auf der femininen Seite, harmonisch, mit Schokonachhall, ein eleganter Wein, der bereits sehr weit entwickelt ist.

Château Angélus 2001 – St. Emilion

Sehr tiefes Rubingranat mit schwarzem Kern und violetten Reflexen, feiner Hauch von Kokos, Nougat und Karamell, am Gaumen sehr konzentriert, dunkelbeerig, wie eine Schokocouverture, ordentliches Tannin, Lebkuchenwürze, wirkt im Abgang noch sehr alkoholisch, etwas überkonzentriert, parkerisiert.

Château Beau Séjour-Bécot 2001 – St. Emilion

Tiefdunkles Rubingranat, in der Nase ein Hauch von Dörr-obst, Feigen, schöner Süßeschmelz, am Gaumen vollreife Tannine, sehr harmonisch und ausgewogen, toller Schoko-schmelz, im Finish exotische Würze, ein hervorragender Wein, der den 2000er des Hauses übertrifft.

Château Pavie 2001 – St. Emilion

Dunkles Rubingranat mit leuchtend violetten Reflexen, opake Farbe, kompakte süße Frucht, zarte Dörrobstnote,  sehr konzentriert am Gaumen, Mandarinen, Schokoorangen, hier wurden alle Register des Winemakings gezogen,  massives, aber reifes Tannin, tolle Länge. Allerdings wohl kein Wein des Terroirs, sondern powerhouse anstatt Finesse, ein Blindverkostungshammer, aber noch kein unbedingter Trinkgenuss. Love it or hate it.

Château Trotanoy 2001 - Pomerol

Kräftiges Rubingranat, in der Nase sehr klare Fruchtnuancen, hat einen feinen, aber präsenten Säurebogen, im Abgang sehr seidiges Finish, hat eine elegante Zukunft.

Château Bellegrave-Pomerol 2001 - Pomerol

Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe, zeigt ein eher verschlossenes Bukett, mit etwas Luft kommt eine sehr finessenreiche Kirschnote, am Gaumen süß, elegant, mit einem festen Kern, hat zwar eine höhere Säure, die macht das Ganze aber erst so richtig delikat, Lebkuchengewürze im Abgang.

Vieux-Château-Certan 2001 - Pomerol

Tiefdunkles Rubingranat, in der Nase frische Kirschen und Lakritze, Cassis, am Gaumen stoffig, etwas säurebetont, wieder Weichseln, ein seidiger Pomerol mit süßem Finish, delikat, ein Wein mit beeindruckender Finesse.

Château Quinault L‘Enclos 2001 – St. Emilion

Tiefdunkles Rubin mit violetten Reflexen, feine Röstaromen, nicht übertrieben, dazu schwarze Kischen und Lakritze, delikates Bukett, am Gaumen seidig und stoffig, feine Beerenfrucht, sehr gute Länge, guter Nussnachhall, toller Wein, typischer St. Emilion.

Château Monbousquet 2001 – St. Emilion

Tiefdunkles Rubingranat mit violetten Reflexen, in der Nase feiner, süßer Kakaoduft, stoffig, dichte Tanninrobe, schwarze Kirschen, sehr süß, noch sehr verhalten, hat aber das Zeug und die Würze, um in der Zukunft ein großer Wein zu werden, hat Klasse.

La Gomerie 2001 – St. Emilion

Tiefdunkles Rubingranat, zeigt im Duft eine zarte Überreife, Dörrobst, am Gaumen elegant, hat aber eine höhere Säure, Schliff, Mandarinen klingen an, wird im Finish immer süßer, das Holz wird spürbar.

La Mondotte 2001 – St. Emilion

Tiefdunkles Rubingranat, in der Nase herrliches Brombeerkonfit, Zedernholz, am Gaumen sehr gewürzig, Schoko-Nougat, Heidelbeeren, Zwetschken, viel Frucht, viel Gewürz, sehr gutes Zukunftspotenzial. Bitterschoko.

Château de Valandraud 2001 – St. Emilion

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zart blättrige Edelholznote, Minze finessenreich am Gaumen, reife, straffe Tannine, seidig, rotbeerige Frucht, Waldbeeren, Harmonie, elegante  Textur, nicht so röstig und kräftig wie im Vorjahr, dafür sehr finessenreich und delikat. Tolles Potenzial!

 

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Datum der letzten Aktualisierung: 06.02.2012