Dîner Alter Ego

Alter Ego - Mehr als ein Zweitwein

Im Rahmen eines Pressedinners im Restaurant "Das kleine Rote" in Hamburg präsentierte Bernard de Laage de Meux, verantwortlich für Marketing und Kommunikation bei Château Palmer, in Hamburg die sechs bislang erschienenen Jahrgänge des Alter Ego von Château Palmer.

Dieser Wein wurde im Jahr 1998 erstmals produziert und ersetzte den früheren Zweitwein des Gutes "Reserve de General". Der Alter Ego ist kein klassischer Zweitweine sondern eine besondere Variante. Hier versucht man zum einen „gastronomischen“ Wein zu kreieren, der eine etwas frühere Trinkreife erreicht und zum anderen – wie der Name es sagt – eine andere Expression, eine andere Interpretation des gleichen Terroirs zeigt.

Zunächst verzichtet man beim Cuvée vollständig auf die spätreifende Sorte Petit Verdot und beschränkt sich voll und ganz auf das Spiel zwischen Merlot und Cabernet Sauvignon. Der Anteil der neuen Fässer ist mit 25 bis 30 Prozent beim Alter Ego deutlich niedriger als beim Grand Vin von Château Palmer und die Ausbauzeit etwas kürzer, 16 bis 17 Monate statt 20 bis 21 Monate.  Die Selektion für den Alter Ego beginnt  aber bereits während des Sommers in den Weinbergen, wo man besonders fruchtbetonte Partien markiert und nicht erst bei den Fässern im Keller. Bezeichnenderweise ging mangels entsprechender Erfahrung der erste Versuch 1998 daneben; denn der Alter Ego dieses Jahrgangs ist letztlich nichts anderes als der kleine Bruder de Palmers also doch eher ein klasssicher Zweitwein mit einer ähnlichen Charakteristik wie der Grand Vin.

Die Probe  zeigte allerdings sehr deutlich, dass mit den Jahren es tatsächlich gelungen ist so etwas wie einen eigenen Stil für diesen Wein zu kreieren, das andere Gesicht von Palmer zu zeigen. Allerdings zeigte sich auch, dass etwas die Hälfte der Weine sich deutlich langsamer entwickeln, als man sich dies wohl ursprünglich gedacht hat. Vor allem 1999 und auch 2001 passen ins Schema des relativ früh trinkreifen "Gastronomieweins", den man nicht lange lagern muss um ihn mit Genuss trinken zu können. Andere Jahrgänge wie 2003 oder auch 2000 benötigen sicher prinzipiell Lagerzeiten von zehn Jahren und mehr ehe man sie öffnen sollte.  

 

2000 Alter Ego  Margaux
91
 
Dunkles rubinrot. Farbe sehr dicht, tief und schwärzlich, nicht so leuchtend wie 2001. Hat in der Nase eine ähnlich starke Würze wie 2003. Hat Aromen von Sellerie, trockenen Kräutern, erdige Noten. Auch am Gaumen eine ähnlich Dichte und Opulenz wie der 2003er, aber mit deutlich spürbareren Tanninen. Fest und Kompakt, sehr massiv. Langer, deutlicher Abgang. Braucht mindestens noch fünf Jahre für einer ersten Reifephase.
Ernte: 21. September bis 7. Oktober. Cuvée 67 % Merlot, 33 % Cabernet Sauvignon. 

1999 Alter Ego  Margaux
90
Dunkles rubinrot. Anfangs sehr verschlossen in der Nase, etwas rote Frucht, ein Tupfer Marzipan. Am Gaumen ein sehr feiner, eleganter Wein mit sanften roten Fruchtnuancen, seidige Tannine. Sexy und süss. Jetzt schon optimal zu trinken. Wird aber mindestens für die die kommenden fünf bis zehn Jahre so bleiben.
Ernte: 17. September bis 1. Oktober. Cuvee: 77 % Merlot, 23 % Cabernet Sauvignon. 

1998 Alter Ego  Margaux
89
Dunkles, dichtes rubinrot. Nase konzentriert, dicht und erdig in ihrem Charakter. Würze nund dunkle Frucht. Am Gaumen ein kraftvoller, relativ dichter Wein mit fester und ausgewogener Tanninstruktur, etwas geröstete Paprika in der Aromatik, kräftige Säure. Völlig unverbraucht und voller Zukunft. Langer Abgang. Wirkt wie ein kleiner Palmer. Hat noch den typischen Zweitweincharakter: ähnliche Statur und Expression nur von allem etwas weniger.
Ernte: 24. September bis 9. Oktober. 44 % Merlot, 56 % Cabernet Sauvignon. 

2002 Alter Ego  Margaux
87
Dunkles rubinrot. Schöne rauchige Note in der Nase, dunkle Früchte. Am Gaumen zeigt der Wein etwas zu deutliche grüne Paprikanoten, rauhe Tannine, wirkt etwas streng, Kaffeenoten. Braucht viel Zeit Aber auch dann wird der Wein Schwierigkeiten haben sich zu harmonisieren. Er wirkt etwas erdig und derb. Präsentierte sich für mich etwas enttäuschend. Ich hatte diesen Wein bei den Primeurverkostungen deutlich höher eingeschätzt..
Ernte: 26. September bis 7. Oktober. Cuvée 53 % Merlot, 47 % Cabernet Sauvignon 

2001 Alter Ego  Margaux
88
Dunkles, tiefes rubinrot. Leuchtende Farbe. Nase sehr klar und typisch., dunkle Beerenfrucht etwas Kakao. Am Gaumen schöne elegante Fülle, ein ziemlich klassisch gebauter und strukturierter Wein. Nicht so mächtig wie wie 2003, deutlich harmonischer als 2002. Zeigt jetzt schon eine erste frühe Trinkreife, die sich sicher in den nächsten fünf Jahren nzu noch mehr Eleganz und Feinheit steigern wird.
Ernte: 29. September bis 11. Oktober. 36 % der Ernte im Zweitwein. Merlot 67 %, Cabernert Sauvignon 33 %. 29 % neues Holz. 

2003 Alter Ego  Margaux
91
Dunkles, frisches rubinrot. Nase mit eimner starken Würze, sehr typisch für den Jahrgang 2003, etwas überwürzt, etwas konfitiert, konzentrierte rote Früchte. Etwas Pflaumenchutney, Borke und exotische Gewürznoten. Der Wein hat die typisch cremige und dickflüssige Art der 2003er, extrakt und eiweissreich. Die Süsse überdeckt für den Augenblick die anderen Komponenten wie Tannine und Säure fast völlig. Die sind aber vorhanden, zeigen sich z.B. mit leichten Bitternoten im Abgang und geben dem Wein sein Gerüst unter der weichen Oberfläche. Der Wein hat sich seit der primeurverkostung sehr vorteilhaft entwickelt.
Ernte: 8. September bis 20. September. Cuvée 53 % Cabernet Sauvignon, 47 % Merlot. 

 

 

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Datum der letzten Aktualisierung: 03.09.2010